Davide Savorani, Noi non siamo fiume

Davide Savorani, Noi non siamo fiume
Davide Savorani, Noi non siamo fiume

Freitag, 24. Juni 2016 um 19.30 bis 21.00 Uhr / venerdì 24 Giugno 2016, dalle ore 19.30 alle 21.00
KURATORIN / A CURA DI: Frida Carazzato
Der installative Teil des Projekts ist auch am Samstag, 25. Juni von 17 bis 20 Uhr zugänglich.
La parte installativa del progetto rimane visibile al pubblico dalle ore 17 alle ore 20 di sabato 25 giugno.

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DT

Die Kunsthalle Eurocenter Lana zeigt ein performatives Projekt von Davide Savorani, das von Frida Carazzato kuratiert wird. Die Kuratorin, die seit mehreren Jahren im MUSEION arbeitet, hat den aus der Romagna stammenden Künstler eingeladen um ein ortsspezifisches Projekt für den Ausstellungsraum zu entwickeln. „Noi non siamo fiume“ ist eine Performance die am Freitag, 24. Juni von 19.30 bis 21 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Branzoller Chor Ensemble Vox Dulcis stattfindet. Die 11 Mitglieder des Chors interpretieren, geleitet von Patrizia Donadio, einen von Savorani geschriebenen Text. Der Chor schafft einen gesungen Fluss der uneingeschränkt und frei fließt und das Publikum einlädt in seinem Rauschen die Worte der Sänger_innen über die eigene Zeiterfahrung herauszufiltern.
„Was ist für dich Langeweile? Fühlst du dich oft gelangweilt? Falls ja, kannst du mir von den die Gesten und/oder Aktivitäten erzählen, die du durchführst wenn du dich langweilst?“, dies sind einige der vom Künstler gestellten Fragen für das Projekt in der Kunsthalle in der Industriezone von Lana. Zwanzig Fragen zum Begriff der Zeit, Freizeit, Langeweile, die er verschiedenen Personen, die zwischen Meran und Bozen leben, gestellt hat. Die befragten Menschen haben unterschiedliche Alter, stammen aus verschiedenen Kulturen und sozialen Milieus und gehen mannigfachen Berufen nach. Anonym und schriftlich haben sie auf die Fragen von Davide Savorani geantwortet.
Die gesammelten – mehr oder weniger ausformulierten –  Antworten, hat der Künstler genutzt um einen Text zu erstellen. Genauso wie er zuvor die Menschen eingeladen hat seine Fragen zu interpretieren,  hat er den von ihm erstellen Text  erneut der freien Interpretation preisgegeben. Den lokalen, aus 12 Stimmen bestehende, Chor Ensemble Vox Dulcis, hat er eingeladen diesen Text in Gesang zu transformieren und so auf seine Fragen erneut in freier und zeitgenössischer Art und Weise zu antworten. Dieser evozierte Raum der Möglichkeiten und Interpretation ist ein Schlüsselelement in der künstlerischen Praxis des bildenden Künstlers und Performers Davide Savorani, der in der Prozessdynamik zwischen Aktion und Reaktion die Matrix seiner Arbeit sieht.
In Noi non siamo fiume (Wir sind nicht Fluss) bekommt diese Dynamik eine immense Wichtigkeit. Die in den Interviews dargelegten Befindlichkeiten beschäftigen sich mit der Zeit, zeigen aber auch die Zeit an, welche jede der Personen der Beantwortung gewidmet oder eben nicht gewidmet hat. Inkludiert ist auch die Zeit, welche der Künstler aufgewendet hat die Antworten zu sammeln, sie in einem Text zu komprimieren und dadurch erneut zu interpretieren. Das Projekt umschließt zudem diejenige Zeit, welche der Chor bedurfte um den Text in Gesang zu transformieren und ihn in einer Performance umzusetzen. Dieser letzte Prozessteil versteht sich als eine Beziehung des Erhaltens und Interpretierens zwischen den Performer_innen und dem Publikum. Der Chor selbst ist kein professioneller, sonder ein Laienchor, das heißt dass der Chor seine eigene Freizeit dem Projekt widmet und sich dadurch kritisch mit der eigenen Zeit auseinander setzte.
Verstreut in der Kunsthalle, sind die Stimmen, die Noi non siamo fiume singe im Fluss: es gibt keinen Anfang und kein Ende, sondern nur eine Zeit in der es geschieht und dem Publikum restituiert wird. Das Publikum ist frei sich im Raum zu bewegen, sich anzunähern und zu bleiben, sich diejenige Zeit zu nehmen die es als notwendig empfindet, dem Titel der Ausstellung folgend oder in Opposition zu ihm.
„Hallo, wir kennen uns nicht, oder vielleicht doch. Dennoch möchte ich mich bei dir bedanken, dass du mir einen – noch unbekannten – Teil deines Vertrauens und deiner Zeit schenkst.“, mit diesen Worten grüßte Davide Savorani in einem Brief, welcher am Anfang des Projekts Noi non siamo fiume (Wir sind nicht Fluss) stand. Mit „Hallo!“ begannen auch die interpretierten Monologe einer erzählenden Stimme in einer der letzten Arbeiten von Davide Savorani. Monologe die sich als Flüsse von Wissen, Gedanken, Aktionen, verworfenen Impressionen zu einem Thema präsentierten. Seit Längerem beschäftigt er sich mit der Langeweile. Diese kontrastiert für ihn mit der aktiven, produktiven und frenetischen Zeit, in der das Angebot überwiegt und immer neue Nachfrage evoziert. Davide Savorani fragt ob die Langeweile nicht eine Realität der Bewegung, der Entfesselung, des Seinlassens eines anderen Blickwinkeln, oder eine Zeit des Widerstands und der Überwindung ist.
Das Projekt konnte durch die Zusammenarbeit mit dem dem Ensemble Vox Dulcis realisiert werden. Geleitet wird die Gruppe von der Chorleiterin Patrizia Danido, Mitglieder sind Isabel Mulas, Graziella Volcan (Soprane); Nadia Brida, Eleonora Crippa, Lucia Di Cello, Ulrike Feltrinelli (Alt); Beniamino Cabula, Silvana Nicola (Tenore); Filippo Esposito, Maurizio Lorenzi (Bässe).
Der installative Teil des Projekts ist auch am Samstag, 25. Juni von 17 bis 20 Uhr zugänglich.
Davide Savorani wurde 1977 in Faenza geboren, er lebt und arbeitet in Mailand. Einige seiner kürzlichen Ausstellungen und Events sind: Island Time, Contemporary Arts Museum Houston (2015), REVISIT, Overgaden, Copenhagen (2014); Urban Bodies, Museo Villa Croce, Genova (2013); Prune In The Sky, Toves Galleri, Copenhagen (2012); Not An Image But A Whole World, Kunstraum, Vienna (2012); The Inadequate, 54°Biennale di Venezia / Padiglione Spagna (2011); Against Gravity (2010) ICA, Londra; HaVE A LoOk! HAve a Look! (2010), FormContent, Londra; #02, Instruction Series: Le Club Nautique de Kinshasa / Pool Malebo, Raum Bologna (2010) Mal d’Archive, La Friche la Belle de Mai, Marsiglia (2010), Santarcangelo 39 (2009), Eppur si muove, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo (2009). Einzelausstellungen: Stressed Environment, Marsèlleria, Mailand (2016), The Can’t Get-Away Club, GAR, Galveston, US (2013); Green Room, Careof (2011), Gallisterna, Brown Project Space (2008) und Parade, Artopia (2008) in Mailand.
Das Ensemble Vox Dulcis aus Branzoll (BZ), besteht aus zirka 20 Personen. Seit Jänner 2009 ist Patrizia Donadio die Chorleiterin. Das Repertoire des Chors reicht von antiker bis zeitgenössischer Musik; der Chor singt sakrale und profane Lieder, unternimmt Ausflüge in die Popmusik, sowie in den poliphonen afrikanischen Gesang. Seit einigen Jahren bietet das Ensemble Musikkurse für Erwachsene und Kinder an.

 

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IT

La Kunsthalle Eurocenter Lana presenta un progetto performativo dell’artista Davide Savorani a cura di Frida Carazzato. La curatrice, attiva da diversi anni a MUSEION, ha invitato l’artista di origini romagnole ad ideare un progetto ad hoc per lo spazio espositivo ed è nata così „Noi non siamo fiume„, una performance che avrà luogo la sera di venerdì 24 giugno dalle 19.30 alle 21.00 in collaborazione con il coro Ensemble Vox Dulcis di Bronzolo. Gli 11 elementi del coro, diretto da Patrizia Donadio, interpretano un testo scritto da Savorani, dando vita ad un flusso canoro svincolato e libero che invita il pubblico a cercare nel „fiume“ delle parole dei cantanti, il proprio tempo dell’esperienza.  
“Che cos’è per te la noia? Ti capita spesso di sentirti annoiato/a? Che gesti o azioni compi quando sei annoiato oppure quale immagine assoceresti alla noia?”. Sono queste alcune delle domande che Davide Savorani ha posto a una serie di persone di età, culture, provenienze e professioni diverse tra Merano e Bolzano. Le risposte pervenute, più o meno motivate, sono state utilizzate dall’artista per produrre un testo che darà vita all’interpretazione canora dell’Ensemble. La melodia e l’esecuzione da parte dei dodici elementi del coro, diventa spazio di libertà e contemporaneamente d’incontro tra la proposta dell’artista e la risposta dei cantanti. Questo spazio di possibilità che è lo spazio interpretativo, è un elemento chiave nella pratica artistica di Davide Savorani, artista visivo e performer che vede nella dinamica del processo „azione-reazione“ la matrice del lavoro stesso. In „Noi non siamo fiume“ questa dinamica assume un valore cruciale. Le motivazioni date nelle interviste trattano del tempo, ma rimandano anche al tempo che ognuno ha dedicato, o rivendicato di non avere, nello scriverle; si riferiscono altresì al tempo che l’artista ha utilizzato per raccogliere le risposte e organizzarle in un testo da considerare a sua volta come un lavoro d’interpretazione. Ma riguardano anche il tempo dedicato al progetto da parte del coro, che ha fatto proprio questo testo restituendolo in canzone nel tempo della performance. Un’azione, quest’ultima, di ricezione e interpretazione tra performer e pubblico. 
Disseminate nello spazio della Kunsthalle, le voci che articolano „Noi non siamo fiume“ sono un flusso: non c’è un inizio o una fine, ma un tempo in cui accade qualcosa che a sua volta è restituito al pubblico libero di muoversi nello spazio e di giungervi, e restarvi, nel tempo che ritiene necessario in provocatoria e apparente opposizione al titolo del progetto.
“Ciao! Noi non ci conosciamo, o forse sì. Anzitutto, grazie per donarmi una percentuale – al momento ignota – della tua fiducia e del tuo tempo.“ Esordiva così, Davide Savorani, nella parte introduttiva alle domande che hanno dato esito alle parole utilizzate per realizzare la partitura canora. Con un „Ciao!“ iniziavano anche i monologhi interpretati da una voce narrante di un altro lavoro dell’artista. Monologhi intesi come flusso di coscienza di pensieri, azioni, impressioni scaturite da un concetto su cui l’artista da tempo lavora: la noia. La noia contrapposta a un tempo attivo, produttivo, frenetico in cui l’offerta supera e provoca una nuova domanda. Una noia che diventa anch’essa produttiva ma solo in senso capitalista. Davide Savorani si chiede se il tempo della noia non sia in realtà da muovere, istigare e lasciar essere secondo un altro punto di vista, o immaginarlo come tempo di resistenza e resilienza.

Il progetto è reso possibile grazie alla collaborazione dell’Ensemble Vox Dulcis di Bronzolo, diretto dal maestro Patrizia Donadio. I cantanti dell’Ensemble sono: Isabel Mulas, Graziella Volcan (Soprani); Nadia Brida, Eleonora Crippa, Lucia Di Cello, Ulrike Feltrinelli (Contralti); Beniamino Cabula, Silvana Nicola (Tenori); Filippo Esposito, Maurizio Lorenzi (Bassi). 
La parte installativa del progetto rimane visibile al pubblico dalle ore 17.00 alle ore 20.00 di sabato 25 giugno. 

Davide Savorani nasce a Faenza nel 1977, vive e lavora a Milano. Ha preso parte a diversi eventi e mostre collettive, tra cui: Island Time, Contemporary Arts Museum Houston (2015), REVISIT, Overgaden, Copenhagen (2014); Urban Bodies, Museo Villa Croce, Genova (2013); Prune In The Sky, Toves Galleri, Copenhagen (2012); Not An Image But A Whole World, Kunstraum, Vienna (2012); The Inadequate, 54°Biennale di Venezia / Padiglione Spagna (2011); Against Gravity (2010) ICA, Londra; HaVE A LoOk! HAve a Look! (2010), FormContent, Londra; #02, Instruction Series: Le Club Nautique de Kinshasa / Pool Malebo, Raum Bologna (2010) Mal d’Archive, La Friche la Belle de Mai, Marsiglia (2010), Santarcangelo 39 (2009), Eppur si muove, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo (2009). Tra le mostre personali: Stressed Environment, Marsèlleria, Milano (2016), The Can’t Get-Away Club, GAR, Galveston, US (2013); Green Room, Careof (2011), Gallisterna, Brown Project Space (2008) e Parade, Artopia (2008) a Milano.
L’Ensemble Vox Dulcis , già Corale San Leonardo di Bronzolo (BZ), è composta da circa 20 elementi. Dal gennaio 2009 è diretta dal Maestro Patrizia Donadio. Il repertorio della Corale spazia dalla musica antica fino alla musica contemporanea sia sacro che profano con incursioni nel pop e nel canto polifonico africano. Da alcuni anni l’Ensemble ha attivato, presso la propria sede, corsi di musica individuali per bambini e adulti.

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